Solitaritätsflug nach Nikaragua im Oktober 1981

Wir starten am 10. Oktober 1981 07:21 in Berlin Schönefeld mit der Il-18 DDR-STM, voll beladen mit Solidaritätsfracht nach Nikaragua. Captain ist Fluggruppenleiter Siegfried Prager. Die Il-18 wurde in Schönefeld über Nacht beladen. Unsere Flugroute führte uns über Mallorca, Sevilla, Las Palmas/Gran Canaria, die kapverdische Insel Sal, über den Südatlantik, Recife/Basilien, Paramaribo/Surinam, Caracas/Venezuela nach Managua. Anschliesend fliegen wir noch nach Havanna, weil wir dort unsere Interflugvertretung haben. Für mich ist es die erste Südatlantiküberquerung. Die Strecke betrug 33970 km und die reine Flugzeit 56 Stunden und 5 Minuten.


Die erste Flugstrecke führte über Mallorca,

vorbei an der Costa Blanca Spaniens.

und an der Meerenge von Gibraltar (Bildmitte die schwarzen Affenfelsen).

Der Anflug auf Las Palmas /Gran Canaria (Bildmitte die Landebahn).

Las Palmas - Strandpromenade. Wir kennen Las Palmas von früheren Charterflügen, wie zum Beispiel für die Hochseefischerei.

Nach einem Nightstop fliegen wir parallel zur afrikanischen Westküste mit Südkurs
zur kapverdischen Insel Sal. Von hier aus starten wir unsere Atlantiküberquerung.

Der brasilianische Militärstützpunkt Fernando de Noronha, ca 350 km vor der Küste, lässt uns aufatmen. Wir sind exakt in der Luftstraße und haben gleich die Atlantiküberquerung geschafft.

Der Captain entschließt sich in Recife aufzutanken. und weiter zu fliegen. Mit Doppelbesatzung wollen wir soweit vorankommen, wie möglich. Beim Anflug auf Resife haben wir eine fantastische Sicht auf die Stadt und den Flughafen.

Nach dem Start in Recife fliegen wir an der brasilianischen Küste nach Norden.

Gegen Abend nehmen die tropischen Gewitter etwas ab.

Am Amazonasdelta versinkt die Sonne hinter den Wolken am Horizont.

Landung vor Nachteinbruch in Paramaribo/Surinam.

Nach dem Abstellen der Triebwerke öffnen wir die vordere Tür. Die erste Frage von unten war: "Where are You comming from"? Es stellt sich heraus, dass für Luftfahrtbesatzungen aus sozialistischen Ländern in Surinam Einreiseverbot besteht. Also blieb uns nur die Übernachtung in der Kabine auf den Frachtkisten übrig. Man erlaubte uns im Transitraum etwas frisch zu machen und die Zähne zu putzen. Diese Übernachtung an Bord war zu unruhig und unbequem, um sich von den Anstrengungen der letzten 2 Tage zu erholen und so entschied der Captain, in Caracas einen Hotelaufenthalt mit einer Übernachtung einzulegen. Wir starten so früh als möglich. Das Wetter ist wieder prächtig und wir fliegen mit guter Sicht an der südamerikanischen Nordküste entlang nach Caracas/Maiquetia in Venezuela. Dort haben wir eine eigene Botschaft und zwei freundliche Mitarbeiter kommen zum Flughafen, um uns abzuholen. Die Formalitäten dauern zwar etwas lange, aber schließlich ist alles abgewickelt und wir können in's Hotel fahren.



Wir sehen den Flughafen Maiquetia an der Küste.

Im Anflug auf Caracas Maiquetia.

Die Doppelbesatzung ohne Captain. Ob er das Foto macht?.

Rotschwänzchen unter sich.

Das Hotel Macuto-Sheraton

mit Blick auf die Karibische See.

Im gepflegten Hotelgarten stehen stattliche Kokos-

und Oelpalmen.

Beim "Kräftesammeln" in der schönen Hotellanlage.

Benachbarte Hotelanlagen im Abendlicht.

Managua liegt an einem Süsswassersee (Managuasee) nördlich des noch größeren Nikaraguasees.

Nach der Landung beginnt sofort die Entladung der Fracht. Aber die Brillen aus der nationalen Spendeaktion blieben spurlos verschwunden.

Die Kathetrale von Managua

und der Nationalpalast

Am Stadtrand leben die Menschen in bescheidenen Hütten.

Beim Abflug erkennen wir den aktiven Vulkan an seiner Rauchwolke.

Von Managua fliegen wir über Kingston/Jamaika direkt nach Havanna.

Landeanflug RWY 05 am Airport Jose Marti/Havanna.

Das erste mal in Havanna. Ein paar Jahre später auf der Il-62 ein gewohnter Anblick nach vielen Linien- und Gruppen-Charterflügen.

Blick aus dem Hotel am Stadtrand zur City von Havanna. In diese Richtung führt auch die Küstenstraße (Malecon) bis in die Stadt.

Am nächsten Morgen über der Karibischen See die charakterisischen Türmchenwolken und unter uns wieder Kingston/Jamaika.

Wir sind relativ leicht und fliegen ohne Zwischenlandung bis Recife.
Vor der Küste von Tobaco liegen viele Tanker.

Luftaufnahme vor dem Anflug auf Recife.

Das Flughafen-Abfertigungsgebäude von Recife

Ein Bahnübergang auf der Fahrt zum Hotel.

Unser Hotel unweit vom Flughafen.

An dieser Stelle bitte ich Sie für die manchmal nicht so gute Qualität der Dias um Verständnis. Aus den 29 Jahre alten ORWOCOLOR-Positiven war trotz hohem Bildbearbeitungsaufwand wirklich nicht mehr herauszuholen. Betrachten Sie die Bilder also vor allem als Zeitdokumente.

Der weitere Rückflug verlief ohne Zwischenfälle auf der gleichen Route über den Südatlantik, die Kapverden und Kanaren, das Mittelmeer und die Alpen nach Berlin Schönefeld. Mit der Il-18 wurden merere Solidaritätsflüge nach Nikaragua über den Südatlantik durchgeführt. Zum Schluss aber noch eine Bemerkung zum Flugergebnis. Wie schon angedeutet waren die über viele Wochen von DDR-Bürgern gespendeten Brillen in Schönefeld nicht eingeladen worden. Für die geplante feierliche Übergabe in Managua war aber extra eine Regierungsdelegation mit einer Tu-134 der Regierungsstaffel schon nach Managua vorausgeflogen.

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