Austausch der Besatzung vom Fisch-Fang-und Verarbeitungsschiffes "Erich Weinert" auf den Kapverden

Am 14. Mai 1976 starten wir 20.59 Uhr in Berlin SXF mit der Il-18 DM-STO, voll besetzt mit einer Hochseefischerei-Besatzung, in Richtung Algier. Die beiden Flugkapitäne waren Walter Kruspe und Lutz Löhmer. Die Copiloten Peter Jeremias und ich. Bordingeneur war Werner Erhart. Leider weiß ich nicht mehr alle Namen.Die Flugstrecke führt über Algier und Nouadhibou/Mauretanien zur kapverdischen Insel Sal. Dort liegt die "Erich Weinert" vor Anker und die "alte" Schiffs-Crew wartet schon sehnsüchtig auf den Heimflug. Auf Grund der maximalen Zuladung waren die zwei technischen Zwischenlandungen in Algier und Nouadhibou erforderlich. Die erste Flugetappe ist die gleiche, wie beim Algier-Linienflug. Ab Algier überqueren wir die Sahara über El Golea in Richtung Dakar. Bei Funkverbindungkontakt mit Nouakchott bekommen wir die Erlaubnis, Nouadhibou direkt anzufliegen.


Längs zur Halbinsel verläuft die Grenze zwischen Mauretanien und Westsahara.

Vom Norden gesehen. Die Landebahn liegt von Bildmitte nach rechts.

Fischerhafen mit Schiffsfriedhof in der schmalen Bucht vor der Stadt.

Wüstensand ist das Einzige, was es hier in Hülle und Fülle gibt.

Für die Zeit der Abfertigung und Betankung müssen unsere Fischer das Flugzeug verlassen. Nach dem Einsteigen unserer Passagiere verlassen wir Nouadhibou wieder so schnell als möglich. Eine Luftstrasse von Nouadhibou zu den Kapverden gibt es nicht. Wir fliegen erst nach Dakar 410 km südlich und dann noch mal 630 km mit Nord-West-Kurs zur Insel Sal.


Schon von weitem sieht man den vulkanischen Bergkegel,
ein Wahzeichen an der Nordspitze der Insel.

Auch hier existiert fast keine Vegetation. In Überfluss gibt es nur Sand, Wind und
Salzwasser.

Wir überfliegen den Platz um ein Anflugverfahren zu beginnen.

Die Ziegen fressen Papierabfälle. Aber was fressen die Hunde? Etwa Ziegen?

Jetzt noch alle "Löcher" zustopfen, die Türen abschließen, und dann Feierabend.

Im Schatten der Tragfläche kann man gut bei der Arbeit zuschauen.

Eine kleine Anlegestelle. Die Männer und Koffer werden
auf ein Boot verfrachtet.

Und die Stewardessen werden mit einem Schlauchboot der "Erich Weinert"
übergesetzt.

Festhalten und los gehts! Die Männer und Koffer werden mit dem Fischerboot
übergesetzt.

Die "Hotelfassade" ist schon etwas vom Salzwasser angefressen, nach längerer
Betriebszeit im Südatlantik.

Wir werden sehr freundlich an Board aufgenommen.
Der Bootsmann (rechts auf dem Bild) erklärt uns Schiff und Ausrüstung.
   

Für eine Nacht ist die "Erich Weinert" ein überbelegtes "schwimmendes Hotel" für 2 Flugzeug- und 2 Schiffsbesatzungen. Am 16. 05. fliegen wir mit der abgelösten Schiffsmannschaft nach Hause und landen 18.40 Uhr wieder in Berlin SXF.

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