Gruppencharterflüge mit Interflug nach Tokyo/Narita und Nagoya

Für japanischen Touristen war das damals die kürzeste und schnellste Verbindung nach Westeuropa. Warscheinlich auch die preiswerteste. Für die Besatzung begann der Flugeinsatz mit Vortransport nach Moskau. Am nächsten Tag übernahmen wir die aus Berlin kommende Il-62M, betankten sie auf 78 t Kerosin (einschließlich Behälter Nr. 7 in der Seitenflosse) und ab ging's mit 167 Tonnen Startgewicht in Richtung Tokyo. Der Reisekraftstoff (Tripfuel) für 7920 km und 9:26h Flugzeit lag bei 67 t Kerosin. Die restlichen 11 t waren Reserve zum Ausweichhafen Nagoya oder notfalls für Umkehr auf dem Japanischen Meer nach Chabarowsk plus Anflüge und Verfahren.


Östliches Anfluggebietweg bei RWY34

Alter Airport (RWY16/34, 4000m)

Der jetzige Airport

Landeanflug vom Pazifik her zur RWY34 (Blick links aus dem Fenster)

Tokyo-Narita International Airport

Narita ist eine ganz entzückende Kleinstadt mit engen Strassen und Gassen

Die Waren werden oft an der Strasse angeboten

Die Speisen sind kleine Kunstwerke aus Plaste oder Gips

Drogerie oder Gruselkabinet?

Soetwas hatte ich noch nirgendwo auf der Welt gesehen.

Flohmarkt auf japanisch.

Bordingenieur ? und Navigator Eberhard Gündel

Renate Roß und ich.

Ingo Beyer

Fisch filetieren zum Zuschauen

Die Altstadt von Narita ist bunt und traditionel.

Am Strassende beginnt die Tempelanlage.

DIE Sehenswürdigkeit in Narita ist der Shingon-Tempel Naritasan Shinsoji (errichtet im Jahre 940) im 17 Hektar großen Naritasan-Park

Shingon-shu- (jap. ???, wörtlich: Schule des wahren Wortes, gemeint ist: Schule des Mantra) ist eine von Ku-kai (??, 774–835) – genannt Ko-bo- Daishi (????, Großmeister der Lehrverbreitung) – im Jahr 807 gegründete Schule des japanischen Buddhismus, nachdem er von Tenno- Kammu in das Kaiserreich China gesandt worden war und einige Jahre dort studiert hatte. Diese Form des Buddhismus ist in Japan zusammen mit Tendai allgemein als Mikkyo bekannt, was „geheime Lehre“ oder „geheimer Buddhismus“ bedeutet. Man spricht daher auch vom „esoterischen Buddhismus“. Sie hat ihre Wurzeln in der chinesischen Mizong (??, Esoterische Schule) bzw. sanskrit Vajrayana oder Tantra und zählt zu den bedeutendsten Richtungen des Buddhismus in Japan (nach Wikipedia).


Wir machen Pause in der "Tempel-Kantine".

4x"Kabine" (Bild links) und 3x "Cockpit"

Bei einem Tokyoflug hatte uns unser Interflugvertreter, Herr Waternabe" zu einem Besuch in die Innenstadt von Tokyo eingeladen. Es war DIE Gelegenheit, einmal mit der Magnetschwebebahn SHINKANSEN zu fahren, aber leider habe ich davon keine Dias. Die City war hektisch, schrill und laut, wie alle Weltmetropolen. Gaststätten mit Deutschen Namen und Traditionen wie "Hofbräuhaus" und "Baden Baden" sind eher für die Japaner interesant.

Natürlich war so ein Tokyoflug wie dieser selten. Manchmal mussten wir auch auf dem Absatz Kehrt machen und ohne Übernachtung als Passagiere den Rücktransport antreten. Wir übergaben die Il-62M an die wartende Besatzung und flogen mit Aeroflot gleich (!!!) zurück nach Moskau, wie zu Silvester 1988. Da hatten wir aber noch die Hoffnung, Mitternacht in Berlin zu sein. Es kam ganz anders. Wir selbst waren schon mit 4 Stunden Verspätung von Moskau in Tokio gelandet (das Wetter in Moskau war beim Hinflug unter Minimum und die Besatzung von Berlin war umgekehrt und nach Berlin zurück geflogen). Der Rückflug mit Aeroflot SU-586 startete noch mal mit 6 Stunden Verspätung. Wir saßen also 7,5 Stunden auf dem Flughafen von Tokio. Bei Ankunft in Moskau war das neue Jahr 1989 schon angebrochen. Die "Grenze" ließ uns nicht einreisen und wir mussten 2 Stunden im Transit ausharren und auf unseren IF-Repräsentanten warten. Im Hotel Rossia bekamen wir aber noch Zimmer und waren nach dem späten Anstoßen auf des neue Jahr 1989 in den Tiefschlaf gefallen.

Nagoya

Mein einziger Flugeinsatz nach Nagoya war vom 27. - 29. April 1989 mit Flugkapitän Werner Mildes. Wir sind am 28.04. morgens mit der Il-62M DDR-SEU in Nagoya gelandet und brauchten erst am 29. 11:00 Uhr wieder starten. Die Industrie-Großstadt hat uns nicht unbedingt begeistert, aber das Hotel NAGOCA MIYAKO war ganz gut und wir hatten genügend Zeit für einen Stadtbummel. Heute ist diese Stadt sicher viel attraktiver und einen neuen Flughafen hat sie auch.


Der damalige Airport Nagoya

Dicker Verkehr in der City und kein einziger Trabbi dabei

Straßenverkehr auf 4 Ebenen übereinander

Kreuzungsfreie Hochstraßen

und nur von einzelnen Mittelsäulen getragen

Die Festung von Nagoya

Unser Hotel

Nagoya Anflug-Kontrollgebiet

Wir hatten es nicht so eilig

Anflug nach Instrumentenlandesystem RWY34

Airport Nagoya
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